Die Neurographie und die Elektromyographie (EMG)

Neurographie bedeutet Messung der peripheren Nerven am Arm, am Bein oder im Gesicht. Es wird dabei ein kleiner Stromreiz verabreicht, der den betreffenden Nerv aktiviert. In einem bestimmten Abstand davon wird dann die Antwort dieser Nervenreizung gemessen. Dadurch kann man die Geschwindigkeit und die Anzahl der leitenden Nervenfasern bestimmen.

Wichtig ist diese Untersuchung bei allen Erkrankungen der peripheren Nerven, wie z.B. Polyneuropathie, Karpaltunnelsyndrom und periphere Gesichtslähmung.

 

Diese Untersuchungsmethode ist weitgehend schmerzfrei. Ihr behandelnder Arzt wird sich immer darum bemühen so wenig Stromstärke wie möglich zu verwenden. Eine Gefahr für den Menschen besteht nicht. (In der Regel auch nicht für Patienten mit Herzschrittmacher)

 

Im EMG werden die vom Muskel produzierten Ströme direkt gemessen. Dazu muss man mit einer dünnen Nadel in die betreffenden Muskeln einstechen. Bei Erkrankungen des Muskels oder des zugehörigen Nervens finden sich ganz spezielle Veränderungen. So zeigen z.B. Patienten mit peripheren Nervenerkrankungen eine sogenannte Spontanaktivität. Dies bedeutet, dass der Nerv, der den betreffenden Muskel versorgt stark geschädigt ist und der Muskel nun ein Eigenleben entwickelt.

Auch diese Untersuchung ist in der Regel nur wenig schmerzhaft.

 

Patienten, die eine starke “Blutverdünnung” wie z.B. Marcumar einnehmen, sollten den Arzt darauf aufmerksam machen!

Die evozierten Potentiale

Übersetzen könnte man diesen Fachbegriff in etwa mit “durch mehrfache Reize ausgelöste elektrische Impulse des Gehirnes oder der peripheren Nerven”.     

 

Bei den evozierten Potentialen wird der Patient verschiedenen Reizen ausgesetzt: Lichtimpulse beim VEP (Visuell Evozierte Potentiale), Klicktöne beim AEP (Akustisch Evozierte Potentiale) oder geringe Stromreize beim SEP (Somatosensorisch Evozierte Potentiale) oder MEP (Motorisch Evozierte Potentiale). Diese Reize werden im Organismus in elektrische Ströme umgesetzt, die entlang der Nervenbahnen ins Gehirn wandern. Mit Hilfe sehr empfindlicher Verstärker, kann man die entstehenden Spannungsschwankungen messen und daraus etwas über die Nervenleitung erfahren.

 

Mit einem EP kann man ganz leichte Schädigungen der Nervenbahnen erkennen, die man z.B. in Röntgenaufnahmen nicht sieht. Auch Aussagen über die Art der Schädigung sind möglich. V.a. bei der Diagnosestellung der Multiplen Sklerose ist dies wichtig.

 

Eine Gefahr stellen die applizierten Stromreize für den Menschen nicht dar. Die Untersuchungen sind weitgehend schmerzfrei.